Speck gehört zu den aromatischsten Zutaten der herzhaften Küche. Schon kleine Mengen reichen häufig aus, um Kartoffelgerichte, Pasta, Suppen, Aufläufe oder Gemüse deutlich kräftiger und würziger schmecken zu lassen. Je nach Herstellung und Teilstück kann Speck mild, rauchig, salzig, kräftig oder besonders würzig sein.
Dabei ist Speck keineswegs nur eine Frühstückszutat. In der österreichischen Küche spielt er bei Jausen, Knödeln, Krautgerichten und vielen traditionellen Speisen eine wichtige Rolle. International findet er sich in Pasta, Salaten, Burgern oder als knuspriges Topping wieder.
Wer Speck richtig auswählt und zubereitet, kann mit wenig Aufwand viel Geschmack in ein Gericht bringen.
Was ist Speck?
Speck bezeichnet je nach Region und Herstellung unterschiedliche gepökelte, geräucherte oder luftgetrocknete Teile vom Schwein.
Häufig stammt Speck aus:
- Bauch
- Rücken
- Schinkenbereich
Die genaue Bezeichnung hängt davon ab, welches Teilstück verwendet und wie es verarbeitet wurde.
Welche Specksorten gibt es?
Speck ist nicht gleich Speck.
Zu den bekanntesten Varianten zählen:
- Bauchspeck
- Rückenspeck
- Frühstücksspeck
- Schinkenspeck
- Tiroler Speck
- Bacon
Jede Variante besitzt einen eigenen Fettanteil, Geschmack und bevorzugten Einsatzbereich.
Bauchspeck
Bauchspeck stammt aus dem Schweinebauch und enthält deutlich sichtbare Fett- und Fleischschichten.
Er eignet sich hervorragend zum:
- Anbraten
- Würzen von Suppen
- Verfeinern von Kartoffelgerichten
- Umwickeln von Fleisch
- Zubereiten von Krautgerichten
Beim Braten tritt ein Teil des Fetts aus und kann direkt zum Weiterkochen verwendet werden.
Rückenspeck
Rückenspeck besitzt einen besonders hohen Fettanteil.
Er wird häufig zum Spicken oder zur Herstellung verschiedener Fleisch- und Wurstwaren verwendet.
Auch zum Auslassen von Fett kann er eingesetzt werden.
Schinkenspeck
Schinkenspeck ist meist deutlich magerer als Bauchspeck.
Er wird häufig dünn geschnitten und kalt gegessen.
Besonders gut passt er zu:
- Brot
- Käse
- Jausenplatten
- Melone
- Salaten
Tiroler Speck
Tiroler Speck ist eine traditionelle Spezialität mit kräftigem Aroma.
Typisch sind Pökelung, Gewürze, Räucherung und anschließende Reifung.
Er eignet sich besonders gut für Jausenplatten, Brotzeiten oder zum Würzen traditioneller Gerichte.
Speck und Bacon: Wo liegt der Unterschied?
Die Begriffe werden häufig gleichgesetzt, sind aber nicht immer vollständig identisch.
Bacon bezeichnet meist dünn geschnittenen Bauchspeck, der gepökelt und häufig geräuchert wird.
Speck ist der weiter gefasste Begriff und kann aus unterschiedlichen Teilstücken bestehen sowie verschieden verarbeitet sein.
In der Küche ist Bacon vor allem für knusprig gebratene Scheiben bekannt.
Speck richtig braten
Knuspriger Speck gelingt besonders gut, wenn er langsam gebraten wird.
Speck in eine kalte Pfanne geben
Bauchspeck oder Bacon kann bereits in die kalte Pfanne gelegt werden.
Beim langsamen Erwärmen beginnt das Fett allmählich auszutreten.
Dadurch brät der Speck im eigenen Fett.
Mittlere Hitze verwenden
Zu hohe Temperatur kann dazu führen, dass die Oberfläche schnell verbrennt, während das Fett noch nicht ausreichend ausgelassen wurde.
Mittlere Hitze ist meist besser geeignet.
Regelmäßig wenden
Scheiben sollten gelegentlich gewendet werden, damit beide Seiten gleichmäßig knusprig werden.
Speckwürfel richtig anbraten
Speckwürfel benötigen kein zusätzliches Öl, wenn ausreichend Fett enthalten ist.
Sie werden in die Pfanne gegeben und langsam erhitzt.
Das austretende Fett eignet sich anschließend hervorragend zum Anbraten von:
- Zwiebeln
- Kartoffeln
- Gemüse
- Pilzen
Dadurch erhält das gesamte Gericht zusätzliches Aroma.
Wie wird Speck besonders knusprig?
Mehrere Punkte sind entscheidend:
- nicht zu hohe Hitze
- ausreichend Platz in der Pfanne
- langsam Fett auslassen
- nach dem Braten kurz auf Küchenpapier abtropfen lassen
Sehr dünne Scheiben werden schneller knusprig als dicke Stücke.
Speck im Backofen zubereiten
Für größere Mengen eignet sich der Backofen hervorragend.
Die Scheiben werden nebeneinander auf ein Blech gelegt und gleichmäßig gebacken.
Diese Methode ist besonders praktisch, wenn viele Portionen gleichzeitig benötigt werden.
Außerdem bleibt das Kochfeld sauberer als beim Braten in der Pfanne.
Speck in der Heißluftfritteuse
Auch die Heißluftfritteuse eignet sich für Bacon oder dünne Speckscheiben.
Durch die heiße Luft kann die Oberfläche schnell knusprig werden.
Die genaue Garzeit hängt von Dicke und Gerät ab.
Da Speck viel Fett verlieren kann, sollte das Gerät anschließend entsprechend gereinigt werden.
Speck für Kartoffelgerichte
Kartoffeln und Speck sind eine klassische Kombination.
Geeignete Gerichte sind:
- Bratkartoffeln
- Kartoffelauflauf
- Kartoffelsuppe
- Kartoffelpfanne
- gefüllte Kartoffeln
Besonders bei Bratkartoffeln kann ausgelassenes Speckfett zusätzlich Geschmack liefern.
Speck für Nudeln
Speck passt hervorragend zu Pasta.
Beliebte Kombinationen sind:
- Speck und Zwiebeln
- Speck und Pilze
- Speck und Rahmsauce
- Speck und Erbsen
- Speck und Käse
Auch bei Carbonara spielt ein gepökeltes Schweineprodukt eine zentrale Rolle, klassisch allerdings Guanciale oder Pancetta statt gewöhnlichem Frühstücksspeck.
Speck mit Eiern
Eine der bekanntesten Kombinationen ist Speck mit Ei.
Geeignet sind:
- Spiegelei
- Rührei
- Omelett
- Frühstücksei mit knusprigem Speck
Der Speck sollte dabei zuerst gebraten werden.
Anschließend können die Eier im verbleibenden Fett gegart werden.
Speck mit Gemüse
Speck kann auch Gemüsegerichten eine kräftige Note geben.
Besonders gut passen:
- grüne Bohnen
- Kohl
- Kraut
- Rosenkohl
- Lauch
- Pilze
- Erbsen
Schon kleine Mengen reichen häufig aus.
Speck für Suppen und Eintöpfe
Geräucherter Speck ist ideal für kräftige Suppen.
Geeignet sind:
- Kartoffelsuppe
- Linsensuppe
- Bohnensuppe
- Erbsensuppe
- Krautsuppe
Der Speck kann zu Beginn angebraten werden.
Anschließend werden Zwiebeln und Gemüse im ausgelassenen Fett angeschwitzt.
Speck und Kraut
Krautgerichte profitieren besonders vom rauchigen Geschmack.
Geeignet sind:
- Sauerkraut
- Weißkraut
- Rotkraut
- Krautpfannen
Speck bringt Fett, Salz und Raucharoma gleichzeitig ins Gericht.
Fleisch mit Speck umwickeln
Mageres Fleisch lässt sich mit Speckscheiben umwickeln.
Das ist besonders beliebt bei:
- Schweinefilet
- Hühnerbrust
- Fleischlaibchen
- Rouladen
Das Fett schützt die Oberfläche teilweise vor dem Austrocknen und sorgt gleichzeitig für zusätzlichen Geschmack.
Speck als Topping
Knusprig gebratener Speck kann zerbröselt und als Topping verwendet werden.
Geeignet sind:
- Suppen
- Salate
- Kartoffelpüree
- Ofenkartoffeln
- Burger
- Pasta
Durch die knusprige Konsistenz entsteht zusätzlich ein interessanter Kontrast.
Speck für Jausen und kalte Platten
Nicht jeder Speck muss gebraten werden.
Geräucherter oder luftgetrockneter Speck eignet sich hervorragend für kalte Platten.
Dazu passen:
- Brot
- Käse
- Essiggurken
- Kren
- Zwiebeln
- Paprika
Gerade in Österreich gehört eine Speckjause zu den klassischen herzhaften Mahlzeiten.
Wie viel Speck wird benötigt?
Speck besitzt einen intensiven Geschmack.
Deshalb reicht bei vielen Gerichten bereits eine kleine Menge.
Bei Nudeln, Suppen oder Gemüsegerichten können wenige Speckwürfel ausreichen, um das gesamte Gericht zu aromatisieren.
Das macht Speck besonders praktisch als Würzzutat.
Speck richtig würzen
Speck bringt bereits viel Salz und Geschmack mit.
Zusätzliches Salz sollte deshalb vorsichtig verwendet werden.
Gut passende Gewürze sind:
- Pfeffer
- Knoblauch
- Majoran
- Kümmel
- Paprikapulver
- Thymian
- Rosmarin
Vor dem Nachsalzen sollte das fertige Gericht immer zuerst abgeschmeckt werden.
Warum wird Speck manchmal zäh?
Speck kann zäh werden, wenn:
- sehr dicke Scheiben verwendet werden
- er nur kurz bei starker Hitze gebraten wird
- das Fett nicht ausreichend ausgelassen wird
Langsameres Braten sorgt häufig für eine angenehmere Konsistenz.
Warum wird Speck nicht knusprig?
Zu viele Scheiben gleichzeitig können Feuchtigkeit in der Pfanne sammeln.
Dann beginnt der Speck eher zu dünsten.
Auch eine zu kurze Garzeit kann dafür verantwortlich sein.
Für knusprigen Speck sollte ausreichend Platz vorhanden sein.
Speck richtig lagern
Die Lagerung hängt stark davon ab, um welche Speckart es sich handelt.
Frisch abgepackter Bacon oder Bauchspeck gehört normalerweise in den Kühlschrank.
Bei luftgetrockneten Produkten können andere Lagerhinweise gelten.
Maßgeblich sind die Angaben auf der Verpackung.
Speck einfrieren
Speck lässt sich gut portionsweise einfrieren.
Scheiben können beispielsweise durch Backpapier voneinander getrennt werden.
Dadurch lassen sich später einzelne Portionen entnehmen.
Speckwürfel können ebenfalls portionsweise eingefroren werden.
Speckreste verwerten
Kleine Reste müssen nicht entsorgt werden.
Sie eignen sich hervorragend für:
- Rührei
- Suppen
- Nudelsaucen
- Kartoffelpfannen
- Aufläufe
- Salate
Selbst geringe Mengen können noch viel Geschmack liefern.
Speckfett weiterverwenden
Ausgelassenes Speckfett ist sehr aromatisch.
Es kann direkt zum Braten von Zwiebeln, Kartoffeln oder Gemüse verwendet werden.
Dadurch wird weniger zusätzliches Öl benötigt.
Allerdings ist der Geschmack kräftig und nicht für jedes Gericht geeignet.
Typische Fehler bei der Zubereitung von Speck
Zu hohe Hitze
Dadurch kann Speck schnell verbrennen.
Zu viel zusätzliches Fett
Bei fettreichem Bauchspeck ist Öl meistens nicht notwendig.
Zu viel Salz
Speck ist bereits salzig.
Pfanne überfüllen
Dadurch wird der Speck weniger knusprig.
Ausgetretenes Fett sofort wegschütten
Für viele herzhafte Gerichte kann es noch sinnvoll weiterverwendet werden.
Welche Zutaten passen besonders gut zu Speck?
Speck harmoniert hervorragend mit:
- Kartoffeln
- Eiern
- Zwiebeln
- Pilzen
- Käse
- Kraut
- Bohnen
- Nudeln
- Brot
- Kürbis
Dadurch lässt er sich in sehr unterschiedliche Gerichte integrieren.
Speck als Geschmacksgeber
Speck muss nicht immer Hauptbestandteil eines Gerichts sein.
Oft funktioniert er am besten als würzende Zutat.
Etwas angebratener Speck kann einer einfachen Gemüsesuppe, Pasta oder Kartoffelpfanne deutlich mehr Tiefe verleihen.
Dadurch lassen sich auch einfache Gerichte mit wenigen Zutaten geschmacklich aufwerten.
Fazit: Speck ist vielseitig und voller Geschmack
Speck gehört zu den vielseitigsten herzhaften Zutaten.
Ob knusprig gebraten, kalt auf einer Jausenplatte, als Würze in Suppen oder gemeinsam mit Kartoffeln, Eiern und Nudeln – schon kleine Mengen sorgen für kräftiges Aroma.
Bauchspeck eignet sich besonders gut zum Braten und Auslassen, während Schinkenspeck und luftgetrocknete Varianten hervorragend kalt gegessen werden können.
Entscheidend sind die passende Specksorte, moderate Hitze und eine vorsichtige Verwendung von zusätzlichem Salz.
So wird Speck zum vielseitigen Geschmacksgeber für traditionelle und moderne Gerichte.
